69 Jahre "Rund um den Windberg" - 03. November 2019

tested by Ellen Kießling, Jörg Peter, Hagen Melzer, Jürgen Haase, Olaf Beyer, Karl-Heinz Leiteritz, Wolfram Müller, Rene Herms, Sebastian Hendel, Karl Bebendorf und bislang 27.001 anderen Läuferinnen und Läufern.


Rückblick auf den 69. Windberg-Cross 2019: Sebastian Hendel schafft den Hattrick.

 

Angenehme November-Temperaturen, eine trockene und gut präparierte Laufstrecke und eine im Großen und Ganzen reibungslose Organisation – der 69. Windberglauf hätte kaum entspannter vonstattengehen können. Sogar der Oberorganisator konnte für 23 min. auf die Wettkampfstrecke verschwinden, ohne dass irgendwo etwas „angebrannt“ wäre … Herzlichen Dank an die zahlreichen Vereinsmitglieder und Eltern, die dies mit ihrer Hilfe möglich gemacht haben!

Ein kleiner Wermutstropfen war die mittelmäßige Beteiligung von 447  „Finishern“. An den stark gelichteten Teilnehmerfeldern im Erwachsenenbereich sah man deutlich, dass der Dresden-Marathon erst eine Woche zurücklag.

Foto: Frank Fritsche
Foto: Frank Fritsche

Hohes läuferisches Niveau hatte der Windberglauf dennoch zu bieten, vor allem dank Sebastian Hendel von der LG Vogtland. Dass der Deutsche 10.000-m-Vizemeister überhaupt an der Startlinie stand,  war nicht selbstverständlich: nur zwei Tage zuvor war er aus dem Höhen-Trainingslager in Big Bear Lake/Kalifornien zurückgekehrt, so dass ihm harte Trainingswochen, eine lange Reise und die Zeitumstellung in den Beinen steckten. Dennoch schaffte er es, seine Konkurrenten stets auf 30, 40 Meter Abstand zu halten und schließlich seinen dritten Windberglauf-Sieg in Folge einzufahren. Dass die Zeit mit 27:19 min. über die reichlich 8 km lange und anspruchsvolle Strecke weniger glanzvoll ausfiel als im Vorjahr (25:59 min.), ist angesichts der Begleitumstände verständlich. Rang zwei mit 27:31 min. sicherte sich etwas überraschend Christoph Rodewohl vom Citylaufverein Dresden. Clubkamerad Marc Schulze, der nach seinem vierten Platz bei der Deutschen Berglauf-Meisterschaft Ende September eine Erholungspause eingelegt hatte, kam nach 27:52 min. als Dritter ins Ziel.

Start Hauptlauf - Foto: Frank Fritsche
Start Hauptlauf - Foto: Frank Fritsche

Bei den Damen wurde nach dem verletzungsbedingen Verzicht von Vorjahres-Gewinnerin Ina Zscherper eine neue Siegerin gesucht. Auf der ersten von drei zurückzulegenden 2-km-Runden machte Anna Kristin Fischer von der SC DHfK Leipzig die Pace. In Runde zwei übernahm ihre Vereinskollegin Julia Klein in Führung, die sie bis zum Ziel noch deutlich ausbauen konnte. Die Deutsche 1.500-m--Juniorenmeisterin des vergangenen Jahres siegte in 23:41 min., auf den Plätzen folgten Fischer in 24:33 min. und Nathalie König, Neuzugang beim Citylaufverein Dresden, in 25:04 min. Julia Klein hatte gewissermaßen als „Aufgalopp“ schon die reichlich 3 km lange „Kurzstrecke“ gewonnen.

Die beste Nachwuchsleistung ging auf das Konto eines Dresdner Talents: Felix Friedrich vom Dresdner SC lief in der männlichen Jugend U18 einen Vorsprung von 56 sec. auf den Zweitplatzierten heraus, für die reichlich 3 km lange Strecke benötigte er 10:02 min.

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und hoffen, dass es euch bei unserem „rustikalen“ Crosslauf mitten im Wald gefallen hat. Am 08.November 2020 soll es dann zum 70. Mal „Rund um den Windberg“ gehen, nach jetzigem Stand in Verbindung mit der Crosslauf-Landesmeisterschaft. Das wird in jedem Fall eine große Sache für unseren kleinen Verein, und wir laden bereits jetzt alle Laufsportfreunde ganz herzlich ein!


Die sportlichen Höhepunkte 2018

 

Auch in Bezug auf die sportliche Klasse hatte der diesjährige Windberglauf einiges zu bieten.

 

Beginnen wir mit dem Hauptlauf der Damen, der über 6 km führte und in dem sich auch die Herren der Altersklassen M50 bis M60 tummeln durften. Gleich in der ersten der drei Runden hatte sich ein Trio aus Anna Kristin Fischer (SC DHfK Leipzig), Ina Zscherper (Citylaufverein Dresden) und Felicitas Ender (Dresdner SC) vom Feld abgesetzt, verfolgt von Uwe Merdon (M55) und Thomas Heinelt (M50). Zum Ende der zweiten Runde lag Favoritin Zscherper in Führung, immer noch gefolgt von der überraschend starken Felicitas Ender, die bereits den Jugendlauf über 2 km für sich entschieden hatte. Auf dem langen Anstieg zu Beginn der letzten Runde startete die Vorjahres-Siegern dann aber den entscheidenden Angriff und kam nach 23:32 min. ins Ziel. Felicitas folgte in 23:49 min. auf Platz zwei, Anna Kristin wurde in 24:48 min. Dritte.


Ein besonderer Leckerbissen für Laufsport-Gourmets waren die 8 Kilometer der Männer mit dem Auftritt von Sebastian Hendel, amtierender Deutscher Meister über 5.000 und 10.000m. Der Vogtländer wurde seiner Favoritenrolle gerecht, allerdings war der Sieg kein Spaziergang, denn Verfolger Mustapha El Ouartassy (1. VfL Marzahn) blieb bis zum Beginn der letzten 2-KilometerRunde in Sichtweite. Am Ende kam Hendel aber doch zu einem klaren Erfolg, in 25:59 min.erzielte er die beste Siegerzeit der letzten neun Jahre, der Streckenrekord von 25:34 min geriet allerdings nicht in Gefahr. Der Berliner El Ouartassy sicherte sich in 26:20 min. wie bereits im Vorjahr den zweiten Platz, mit deutlichem Abstand folgte Karl Bebendorf vom Dresdner SC in 27:39 min.


Lokalmatador Bebendorf hatte zuvor für einen der beiden Streckenrekorde der Veranstaltung gesorgt. Der Deutsche U-23-Meister über 800m lief die für Mittelstreckler ohnehin besser geeignete 3-Kilometer-Distanz in 9:48 min. und unterbot die aus dem Jahr 2005 stammende Uralt-Bestmarke des Pirnaers Wolfram Müller um zwei Sekunden. Dafür muss sich Karl nun einen anderen, zu Beginn seiner Laufbahn im Alter von 11 Jahren aufgestellten Rekord teilen, denn Lennox Gyulai von der gastgebenden SG Lok Hainsberg erzielte auf der 1-km-Distanz mit 3:50 min. exakt dieselbe Zeit.


Bestbesuchter Windberglauf aller Zeiten!

 

So viele Läuferinnen und Läufer hat der Windberg bzw. der auf seinem „Rücken“ ausgetragene Crosslauf noch nie gesehen: mit 681 „Finishern“ hatten wir genau einen mehr als im bisherigen Rekordjahr 1981.

 

Aus welchem Grund Ihr uns diese völlig unerwartete Bestmarke beschert habt, wissen wir nicht. Schönes Wetter? Bezirksranglistenpunkte sammeln? Fixe Idee meines Übungsleiters? Wir könnten eine Teilnehmer-Befragung vom Zaun brechen – machen wir aber nicht. Wir danken Euch für diese großartige Resonanz und freuen uns still und leise darüber.

 

Einziger wirklicher Wermutstropfen bei der für unsere „rustikalen“ Verhältnisse gut funktionierenden Veranstaltung war der Ausfall des Urkundendruckers. Verlief der Test mit wenigen Probe-Exemplaren noch erfolgreich, kam das Gerät mit fortschreitender Anzahl an seine Grenzen. Wir bitten um Entschuldigung.

 

In der Rubrik ERGEBNISSE können nun auch die nach kleinen Korrekturen endgültigen Resultate eingesehen werden. Nun noch etwas Zahlensalat.

 

Teilnehmerinnen:                                         287 (42%)                                                       

Teilnehmer:                                                   394 (58%)

Teilnehmer Kinder- und Jugendliche:       436 (64%)

Teilnehmer Erwachsene:                            245 (36%)                                        

am stärksten besetzte Altersklasse:        M 11 mit 39 Startern

am stärksten besetzter Lauf:                     6 km mit 107 Läuferinnen und Läufern

Vielen Dank an unsere Sponsoren


Vielen Dank an unsere Co-Sponsoren